Texte für Ihre Website schreiben

Texte auf Internetseiten werden - entgegen mancher Unkenrufe - durchaus gelesen, aber häufig spielt der Zeitfaktor zur Aufnahme von Informationen eine größere Rolle als bei gedruckten Medien. Die nächste Ablenkung ist nie weit und es ist anstrengend, am leuchtenden Monitor zu lesen. Helfen Sie deshalb Ihren Leserinnen und Lesern mit verständlichen, fehlerfreien und gut strukturierten Texten.

Wichtiges zuerst

Texte fürs Internet sollten Sie so schreiben, dass Wichtiges an erster Stelle kommt. Teilen Sie Ihren Leserinnen und Lesern ohne Umschweife mit, welche Inhalte zu erwarten sind. Ergänzende Informationen und Details folgen in den weiteren Abschnitten.

Hinweis: Wenn Sie einen Teaser oder Anreißer schreiben, dann führen Sie Ihre Leserinnen und Lesern nicht in die Irre. Beschreiben Sie kurz, aber konkret, was für Inhalte auf der verlinkten Seite stehen.

Stil und Inhalt

Vermeiden Sie zu viele Nebensätze. Überlegen Sie, ob Sie statt dessen mehrere kurze Hauptsätze verwenden können. Verzichten Sie auf Satzklammern. Wenn das nicht möglich ist, dann sollten zwischen den beiden Verbteilen nicht mehr als sechs bis acht Wörter stehen.

Auch mehrgliedrige Zusammensetzungen sind schwerer lesbar. Überlegen Sie deshalb, ob sich ein Bindestrich anbietet oder ob sich das Wort eventuell auflösen lässt.

Beispiel: Lokalisierungsprogramm - Programm zum Lokalisieren

Sie sind Spezialist*in für Ihr Angebot, Ihre Zielgruppe ist das nicht unbedingt. Schreiben Sie deshalb verständlich, aber nicht banal, verwenden Sie einfache Wörter, mit denen Sie leicht Verständigung erreichen. Verzichten Sie auf weniger geläufige Fremdwörter und vermeiden Sie branchenspezifische Fachbegriffe und Abkürzungen. Ist Fachchinesisch nicht zu vermeiden, dann erklären Sie die Begriffe. Vielleicht stellen Sie statt dessen ein Glossar auf Ihre Website?

Vermeiden Sie wann immer möglich das Wort „man“. Formulieren Sie Ihren Text lieber persönlich und sprechen Sie die Leserinnen und Lesern am besten direkt an. Steigern Sie die Verständlichkeit Ihrer Texte durch aktive Verben. Diese lassen Texte lebendiger und offener erscheinen als Passivsätze, die oft ein wenig umständlich und bürokratisch wirken.

Passiv: Das Produkt des Jahres wird von uns jeden Herbst erneut gewählt.
Aktiv: Wir wählen jeden Herbst das Produkt des Jahres.

Textgestaltung

Niemand liest gerne Textwüsten. Teilen Sie deshalb Ihre Texte in sinnvolle Absätze auf. Machen Sie aber nicht den Fehler und fügen nach jedem Satz einen Absatz ein. Das wiederum macht das Textbild unruhig und kann die Lesbarkeit verschlechtern.

Verwenden Sie überall dort Listen, wo der Text eine Aufzählung zulässt. Listen strukturieren Texte und lassen sich auf Webseiten schnell und einprägsam von den Leserinnen und Lesern „scannen“, d.h. wenn das Auge den Text überfliegt, werden schon die ersten Informationen aufgenommen. Ihre Leserinnen und Leser können schnell entscheiden, ob sich das genaue Lesen lohnt.

Informative Zwischenüberschriften sind eine weitere Möglichkeit, den Textfluss aufzulockern und zum Weiterlesen zu animieren. Für diese Orientierungshilfe sind auch Sehbehinderte dankbar. Zur Suchmaschinenoptimierung trägt diese Strukturierung ebenfalls bei, wenn Sie die Zwischenüberschriften als solche korrekt in HTML auszeichnen.

Und sonst noch …

Ihre Artikel oder Meldungen sollten eine Zeichenanzahl zwischen 1.000 und 4.000 Zeichen haben. Die Zeichen können Sie von Ihrem Textverarbeitungsprogramm zählen lassen. Oder verwenden Sie Online-Tool (z.B. https://zeichenzähler.de/de/).

Lassen Sie den geschriebenen Texte ruhen, bevor Sie ihn veröffentlichen. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, den Text auf einem anderen Medium zu lesen: einem Tablet, dem Smartphone oder drucken Sie ihn aus. Kontrollieren Sie den Gesamteindruck, eliminieren Sie Füllwörter und korrigieren Sie Rechtschreibung und Zeichensetzung.

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